Osterandacht für zu Hause

Liebe Gemeinde,

ich grüße Sie an diesem Ostermorgen herzlich und wünsche Ihnen ein gesegnetes Osterfest. Ich möchte Sie einladen, auch zu Hause eine kleine Oster-Andacht zu feiern.

Wir beginnen den Tag mit einem Lied:
„Wir stehen im Morgen“ , zu finden unter:

Wer ein Gesangbuch zur Hand hat, dem empfehle ich Nr. 100 im Ev. Gesangbuch: „Wir wollen alle fröhlich sein in dieser österlichen Zeit…“
Zu Hause kann man auch in Coronazeiten nach Herzenslust singen!

Oster-Psalm von Reinhard Ellsel

Du, HERR, bist auferstanden.
Du bist wahrhaftig auferstanden!

Überwunden hast Du die Schmerzen am Kreuz,
vorbei ist Dein Leiden und Sterben.

Du, HERR, lebst und bist Sieger.
Du hast Dich durchgesetzt gegen alle Todesmächte.

Mein HERR und mein Gott, ich freue mich:
Du bist grenzenlos, grenzenlos ist Deine Liebe.

Ich muss nicht verstehen, wie Du das gemacht hast;
auch kann ich es nicht entschlüsseln.

Doch Du bist der Schlüssel geworden,
der auch mir das Leben aufschließt.

In Deiner Nähe, HERR, finde ich Leben mit Ewigkeitswert,
in Deinen Fußspuren gehe ich nicht in die Irre.

Lass mich lernen von Dir,
lass mich leben mit Dir!

Du, HERR, bist auferstanden.
Du bist wahrhaftig auferstanden!

Gebet

Gott, es ist noch dunkel. Noch sehen wir kein Licht. Noch scheinst du fern. Aber du lässt es Licht werden.
Am ersten Tag der Schöpfung. Am allerersten Ostermorgen.
Und jetzt – heute und hier. Hol uns heraus aus dem, was uns gefangen nimmt. Ruf uns ins Leben. Das bitten wir dich. Denn du schaffst neues Leben von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.

Wir hören die Geschichte von der Auferstehung Jesu nach dem Matthäusevangelium, Kap. 28, die Verse 1-10:

Jesus lebt     

1 Als der Sabbat vorüber war, gingen Maria aus Magdala und die andere Maria frühmorgens hinaus an das Grab. Es war Sonntag, der erste Tag der neuen Woche, und der Morgen begann gerade erst zu dämmern. 2 Plötzlich fing die Erde an zu beben. Ein Engel des Herrn war vom Himmel herabgekommen, hatte den Stein vor dem Grab beiseitegewälzt und sich daraufgesetzt. 3 Er leuchtete hell wie ein Blitz, und sein Gewand war weiß wie Schnee. 4 Die Wachposten stürzten vor Schreck zu Boden und blieben wie tot liegen. 5 Der Engel wandte sich an die Frauen: »Fürchtet euch nicht! Ich weiß, dass ihr Jesus, den Gekreuzigten, sucht. 6 Er ist nicht mehr hier. Er ist auferstanden, wie er es vorhergesagt hat! Kommt her und seht euch die Stelle an, wo er gelegen hat. 7 Dann beeilt euch, geht zu seinen Jüngern und sagt ihnen, dass Jesus von den Toten auferstanden ist. Er wird euch nach Galiläa vorausgehen, und dort werdet ihr ihn sehen. Diese Botschaft soll ich euch ausrichten.« 8 Erschrocken liefen die Frauen vom Grab weg. Gleichzeitig erfüllte sie unbeschreibliche Freude. Sie wollten sofort den Jüngern alles berichten, was sie erlebt hatten. 9 Sie waren noch nicht weit gekommen, als Jesus plötzlich vor ihnen stand. »Seid gegrüßt!«, sagte er. Da fielen sie vor ihm nieder und umklammerten seine Füße. 10 Jesus beruhigte sie: »Fürchtet euch nicht! Geht, sagt meinen Brüdern, sie sollen nach Galiläa kommen! Dort werden sie mich sehen.«

 

Lied:   EG 106 (für die Ältern)
Erschienen ist der herrlich Tag

 

EG 552 (für die Jüngeren)
Einer ist unser Leben https://www.youtube.com/watch?v=5cyGf7UmJxk

 

Gedanken zum Osterfest

Im Gottesdienst am vergangenen Sonntag haben sich die Konfirmanden vorgestellt. Sie hatten sich das Thema „Glaube – Liebe – Hoffnung“ vorgenommen und in ihren Gedanken sehr eindrücklich dargestellt, wie wichtig für uns Menschen diese drei Grundkonstanten sind: „Ohne Hoffnung geht eigentlich gar nichts!“ So ihr Fazit.  Gerade in dieser Zeit der Krise, in der wir in so vielem zurückstecken und Geduld haben müssen, ist uns der Wert der Hoffnung ganz besonders eindrücklich. Wer keine Hoffnung hat, der besteht eine Zeit der Krise nur schwer. Resilienz nennt man auf Neudeutsch das, was Menschen dieser Tage brauchen: Durchhaltevermögen auch gegen Widerstände und gegen die Widrigkeiten des Lebens. Doch woher kommt die Kraft dazu?

Eine der Grundkonstanten meines Lebens ist der Glaube. Ein Fundament, ein fester Halt, wie der Stamm eines Baumes, auf den sich die Krone stützt. Der Glaube, das ist ein fester Halt, der ein Leben stabilisiert – gerade auch in Zeiten, in denen vieles nicht mehr so ist, wie wir es gewohnt waren. Für mich ist er weit mehr als ein bloßes „Fürwahrhalten“ einer göttlichen Existenz. Glaube hat viel mit Vertrauen und Zuversicht zu tun. Er drängt immer auch zu einer Haltung der Verantwortung und das nicht nur der Schöpfung gegenüber, die Gott uns überlassen hat, sondern auch den Menschen gegenüber. Jesus deutet diese Verantwortung nicht als Pflicht, sondern als Liebe. Die Nächstenliebe ist es, die mir einen Sinn im Leben gibt: die Aufgabe, mich dafür einzusetzen, dass es meinen Nächsten, den Menschen in meiner Gemeinde und letztlich der Weltgemeinschaft gut geht. Denn wir alle sind ein Teil dieser kleinen oder größeren Gemeinschaften!
„Suchet der Stadt Bestes, dahin ich euch habe wegführen lassen, und betet für sie zum HERRN; denn wenn’s ihr wohlgeht, so geht’s euch auch wohl.“ (Jeremia 29,7). So rät es der Prophet Jeremia den Israeliten im babylonischen Exil.  Warum sollten sie das Tun, wo sie doch ganz unfreiwillig verschleppt wurden und seither darauf hofften, in ihre Heimat zurückkehren zu können? Weil wir Menschen immer Teil der Gemeinschaft sind. Und wenn diese Gemeinschaft lebendig, herzlich, fürsorglich und tragfähig ist, dann werden auch wir es darin gut haben und den Segen Gottes in unserem Leben erfahren. Die Auferstehung Jesu Christi ist für mich ein Bild der Hoffnung: sie drückt aus, nicht im Tod begraben zu sein, nicht starr vor Frust und Erschöpfung werden zu müssen, sondern sich zu erheben über den Mühen dieser Zeit. Und dies nicht, um in ein fernes Jenseits zu entfliehen, sondern um mitten in dieser Welt die Hoffnung auf eine gemeinsame Zukunft zu stärken. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen gesegnete Ostertage!

Fürbitte

Gott, du bringst Licht ins Dunkel. Du machst das Leben neu. Du befreist. Und doch: Viele von uns haben mehr Dunkelheit als Licht in ihrem Leben. Viele wissen nicht weiter. An diesem Ostermorgen legen wir sie dir ans Herz: die Kranken, die Sterbenden und ihre Angehörigen, die sich um sie sorgen und doch oft nicht bei ihnen sein können. Wir legen dir die Menschen ans Herz, die Konflikte in ihren Familien erleben; Menschen ohne Hoffnung; Menschen, die keine Zukunft für sich sehen.

Wir bitten dich, Herr, um Menschen, die ein Licht für andere sein können. Lass uns zu einem dieser Lichter für andere werden.
Mit deinem Tod, Christus, durchbrichst du die Nacht. Führ uns ins Licht! An diesem Ostermorgen und an allen Tagen.

Gemeinsames Gebet: Vater unser im Himmel, geheiligt werde dein Name, dein Reich komme, dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auch auf Erden. Unser tägliches Brot gib uns heute und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen, denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

 

Segenslied: Möge die Straße

https://www.youtube.com/watch?v=jitSoszyAh4

Abschlusslied aus dem Gesangbuch: EG 111 Frühmorgens, da die Sonn aufgeht

Segen: Es segne und behüte, es stärke und ermutige euch der allmächtige und barmherzige Gott, der Vater, der Sohn und der Heilige Geist. Amen.

Ihre
Pfarrerin
Kerstin Steinmetz

Fastenzeit – Passionszeit

Liebe Gemeinde,

am Aschermittwoch hat die Fasten- und Passionszeit zum Gedenken an das Leiden und den Kreuzestod Jesu Christi begonnen. Sie dauert 40 Tage bis Ostern, die Sonntage nicht mitgerechnet. Jesus selbst hatte es uns vorgelebt. Wie die Evangelisten Matthäus, Markus und Lukas übereinstimmend berichten, fastete er 40 Tage und Nächte in der Wüste und widerstand allen Versuchungen.

Fasten nach heutigem Verständnis bedeutet, auf liebgewordene Gewohnheiten oder auf bestimmte Genüsse in der Fastenzeit zu verzichten, z. B. Alkohol oder Süßigkeiten. In diesem Jahr brauchten wir uns keine Gedanken übers Verzichten zu machen. Unsere Fastenzeit hat schon im November letzten Jahres begonnen, nicht freiwillig und aus eigener Überzeugung, sondern als staatlich verordnetes Fasten.

Seitdem verzichten wir auf Treffen und Feiern mit der Familie und mit Freunden, auf Einkäufe außer dem Lebensnotwendigen, auf Café-, Restaurant- und Kneipenbesuche, auf Urlaubsreisen, auf Einkehrmöglichkeiten bei Ausflügen, auf Konzerte und Theaterbesuche und alles Mögliche sonst, was das Leben lebenswert macht. Mehr Fasten geht nicht.

Die Beschränkungen, die uns wegen der Corona-Pandemie auferlegt wurden, neudeutsch Shutdown genannt, empfinden viele Menschen aber nicht etwa als heilsame Fastenzeit, sondern als Leidenszeit. Man denke nur an diejenigen, die ihre Angehörigen in Krankenhäusern und Seniorenheimen nicht besuchen oder von Verstorbenen Abschied nehmen dürfen. Uns bleibt aber die Hoffnung, dass die Pandemie in absehbarer Zeit überwunden wird. Die Passion ist nicht das letzte Wort. Ihnen allen ein gesegnetes Osterfest.

Ihr
Heinz Haag
Kirchenvorsteher

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