Adventliche Besinnung

Wir leben in einer außerordentlich bewegten Zeit – da ist die 4. Welle einer weltweiten Pandemie, die uns bewusst macht, dass der Mensch nicht der alleinige Herrscher dieser Welt ist – und, was uns noch schwerer fällt, dass wir alle zusammenarbeiten müssen, um diesen Virenangriff auf unser Leben und unsere Lebensweise wieder in den Griff zu bekommen. An dieser Frage spalten sich die Geister, der Zusammen-halt unserer Gesellschaft steht auf dem Spiel.

Da ist ein Landstrich, der massiv von Wassermassen fortgerissen wird. Milliarden kosten der Wiederaufbau aller Straßen, Brücken, öffentlichen Gebäude und privaten Häuser im Ahrtal. Wir alle saßen wohl fassungslos vor den Fernsehbildschirmen und haben auf diese so brutal zerstörerischen Naturgewalten gestarrt. Das war so nah, kaum ein paarhundert Kilometer von uns entfernt, mitten in unserem sicheren Deutschland. Kaum ein gutes halbes Jahr ist dies vorbei – und kommt uns doch schon wieder so weit weg vor. Die von der Katastrophe Betroffenen werden das sicherlich ganz anders sehen.

Der Klimagipfel von Glasgow hat Hoffnungen geweckt und Enttäuschungen hervorgerufen. Die Jungen wünschen sich wirklich radikale, einschneidende Veränderungen. Je älter man wird, möchte man eigentlich nichts mehr am eigenen Lebensstil verändern müssen. Der Mensch ist ein Gewohnheitstier – so besagt es ein Sprichwort. Aber lässt sich die Zukunft dieser Erde damit noch retten und gestalten? Müssen wir nicht wirklich umdenken und einen anderen Grundgedanken in den Vordergrund der Gesellschaft, der weltweiten Menschheit und unseres ganz persönlichen Lebens stellen – dass wir alle nur mit der Natur und niemals gegen sie überleben werden.

Unser Land hat eine neue Regierung gewählt, gerade erst sind sie in ihr neues Amt eingeführt worden. Die erste Ampel-Bundesregierung, die es je gegeben hat. Deutlich daran wird, dass viele Menschen sich eine Veränderung wünschen in unserer Regierungslandschaft, neue Impulse, andere Schwerpunkte, vielleicht auch andere Gesichter. Das unserer langjährigen Kanzlerin ist mit den Jahren alt geworden. Ihr ist der Ruhestand wirklich zu gönnen. Ich bin sehr dankbar für die vergangenen 16 Jahre, in denen wir in unserem Deutschland in Ruhe, in Frieden und in Wohlstand haben leben dürfen. Danke, Frau Merkel!

Wenn es die Zeit zulässt, nehme ich mir nicht nur, aber gerade in der Adventszeit morgens eine halbe Stunde Zeit, um zur Ruhe zu kommen, einen schönen Text zu lesen und nachzudenken und Gott zu danken für das Leben, das er mir geschenkt hat.

Dabei stieß ich heute auf einen Text von Friedrich Schorlemmer. Er erinnert sich an seine Kindheit, in der seine Eltern mit ihm ein altes Gebet gesprochen haben – auch ich fühle mich dabei an meine Kindheit erinnert, denn auch meine Mutter hat häufig mit mir diese Liedstrophe gebetet:

„Breit aus die Flügel beide, O Jesu, meine Freude, und nimm dein Küchlein ein.
Will Satan mich verschlingen, so lass die Englein singen: Dies Kind soll unverletzet sein.“

Wer das Küchlein ist, frage ich mich heute noch. Aber was dieser Vers zum Ausdruck bringt, ist eine tiefe Geborgenheit in Gott. Da ist einer, der über mir wacht, der seine Flügel – oder seine Arme über mir ausbreitet, um mich zu schützen und zu tragen: segnend, schützend, leitend, einladend und voller Liebe umarmend.

Wenn Eltern für ihr Kind zur Taufe den biblischen Vers wählen von den Engeln, die das Kind behüten mögen, dass es seinen Fuß nicht an einen Stein stoße (Psalm 91, 11), dann fühle ich mich immer gedrängt, mit ihnen über Wunsch und Wirklichkeit des Lebens zu sprechen. Wir alle wünschen uns für unsere Kinder, dass sie behütet und an Leib und Seele unverletzt durchs Leben gehen mögen. Doch je älter wir werden, wissen wir, dass unsere Lebenspläne oftmals durchkreuzt werden von Dingen, die wir nicht vorhersehen können: berufliche Misserfolge, Scheitern einer Ehe, Brüche in der Familie oder gesundheitliche Einschränkungen, die uns zwingen, kürzer zu treten.

Das ist das Leben und all dies gehört unweigerlich zum Leben dazu. Es muss verarbeitet und verkraftet werden. Und wir müssen immer wieder neue Wege finden, um die Brocken, die uns den geraden Weg versperren, zu umgehen.

Wichtig ist mir, dass Gott, der uns als Kind in der Krippe begegnet ist und unsere menschlichen Erfahrungen gemacht hat wie wir, dass dieser Gott uns begleitet auf unseren Wegen, uns trägt durch Höhen und Tiefen, ja, bis hinein in seine Ewigkeit. In den Armen dieses Gottes weiß ich mich geborgen. Das bedeutet mir Weihnachten – mitten in einer Zeit, die alles andere als weihnachtlich anmutet.
Kerstin Steinmetz

Gemeindeversammlung am 16. Februar 2022

In einer Gemeindeversammlung können Prozesse erklärt werden, es können Fragen gestellt, Wünsche und Anregungen gegeben werden.
Daher ist es wichtig, von Zeit zu Zeit Raum für diesen Prozess zu geben. Natürlich sind unsere Kirchenvorsteher immer offen für Anregungen und bereit, diese in den regelmäßigen Kirchenvorstands-sitzungen zur Sprache zu bringen.

Der Bauprozess schreitet kontinuierlich voran – sicherlich nicht in dem Tempo, das wir uns vorgenommen hatten, doch alle Fragen und Probleme finden letztlich auch eine Lösung.

Wir möchten über die Renovierung der Kirche berichten und Auskunft geben. Besonders spannend wird dies sicherlich in der Zeit rund um den Glockentausch sein.

Der Kirchenvorstand lädt ein zur Gemeindeversammlung am 16. Feb. 22 um 19.30 Uhr im Gemeindehaus in der Schulstr. 13. Fragen können auch im Vorfeld schon gestellt werden unter kerstin.steinmetz@ekhn.de oder der Telefonnummer 12324.

Über gemeindebuero

Die Pfarrerin ist auch direkt über die folgende Nummer zu erreichen: 06081-12324
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