Weihnachten 2020

Liebe Gemeinde!

Es ist Weihnachten – und ich wünschen Ihnen allen gesegnete Feiertage!

Unsere Konfirmanden haben in den vergangenen Wochen die Geschichte von der Geburt Jesu bearbeitet und daraus einen kurzen Videoclip entstehen lassen. Ich wünsche Ihnen viel Freude beim Hören und Sehen der Weihnachtsgeschichte!

https://www.youtube.com/watch?v=g4oo3A_Utgc

Die Tatsache, dass in diesem Jahr das Weihnachtsfest ganz anders als sonst ablaufen wird,
bringt sicherlich viele von Ihnen in unangenehme Situationen:

Kann ich meine Lieben besuchen – oder sollte ich den Besuch lieber absagen? Wen von den sonst versammelten Personen lade ich ein, bei wem muss ich, wenn auch für alle verständlich, die Einladung zurückziehen?

Es macht uns traurig und müde, immer wieder neu zu überlegen, wie es denn nun an Weihnachten für alle gut laufen könnte.

Nicht anders ergeht es uns mit den Gottesdiensten an Weihnachten: Da überlegen wir seit Wochen, wie man alles so einrichten kann, dass für alle, die kommen möchten, ein Angebot möglich ist. Denn gerade in diesem Jahr ist das Erleben einer Gemeinschaft, die uns Kraft und Zuversicht schenkt, doch besonders wichtig!

Die Hygiene- und Abstandsregeln immer genau im Blick, haben wir Formen gefunden, mit denen wir gut leben können und von denen wir auch überzeugt sind, damit niemanden leichtfertig zu gefährden. Wichtig wird sein, dass auch die Teilnehmer an den Gottesdiensten mit dem nötigen Respekt an die Sache herangehen und die entsprechenden Sicherheitsabstände einhalten. Hierbei setzten wir auf das Verantwortungsbewusstsein der Menschen.

Das ganze Leben ist ein Abwägen von Nutzen und Risiken gewisser Handlungen. So haben wir im vergangenen halben Jahr gelernt, mit dem Risiko einer möglichen Ansteckung zu leben und umzugehen und nach dem ersten Schrecken doch wieder Begegnungen zu ermöglichen, die das Erleben von Gemeinschaft zulassen, ohne den anderen zu gefährden. Ich sehe darin eine unserer Kernaufgaben als Kirchengemeinde.

Wer seine Familie in besonderer Weise schützen möchte, hat in den letzten Tagen das Haus nur noch selten verlassen und alle nicht zwingend notwendigen Kontakte vermieden. Wer also bewusst die Ansammlung von Menschen vermeidet, handelt damit vorsorglich und fürsorglich. Das finde ich gut!

Auch ich schütze mich und andere durch das konsequente Tragen von Masken bei meinen Hausbesuchen, die auch dieser Tage zu meinem Arbeitsalltag dazu gehören.

Ich finde es richtig und befürworte, dass wir einander zu schützen versuchen. Ich sehe aber auch, dass der zwischenmenschliche Kontakt in einigen Situationen so existenziell ist, dass nicht darauf verzichtet werden kann. Ich denke an alleinstehende Menschen, an Kranke und an Sterbende und an Trauergespräche.

Und ich erlebe bei meinen Besuchen, wie groß die Sehnsucht nach Begegnung bei vielen Menschen geworden ist. So viele Veranstaltungen, zu denen man normalerweise hingegangen wäre, sind im letzten Jahr entfallen. Die Gemeinschaft mit anderen gibt uns das Gefühl, dazu zu gehören, Teil dieser Gemeinschaft zu sein. Als Menschen brauchen wir dieses Gefühl, um nicht zu vereinsamen. Das ist für mich die größte Herausforderung dieser Tage. Und mein Eindruck ist, dass die Not so groß ist, dass wir alle dazu beitragen sollten, sie zu lindern: indem wir unsere Augen offenhalten und Acht geben auf Menschen, die dieser Tage besonders allein sind. Vielleicht können wir jemanden zu einer Tasse Kaffee einladen, einen kleinen Gruß und eine Karte mit ein paar herzlichen Worten vor der Tür ablegen, uns Zeit für ein Telefonat nehmen oder zu einem Spaziergang einladen. Wer möchte, findet einen Weg zum anderen! So kann diese Krise uns neu die Augen dafür öffnen, was es bedeutet, menschlich zu sein.

Menschlich – mitmenschlich zu werden, damit bringen auch wir das Heil Gottes, der für uns Mensch geworden ist, zueinander. Das ist für mich dieser Tage das Wesen von Weihnachten. So wird es hell in der Dunkelheit dieser Tage – und dabei meine ich nicht nur die äußere Dunkelheit.

Möge Gott Sie segnen und bei und in Ihnen das Licht von Weihnachten hell erstrahlen lassen!

Ich wünsche gesegnete Feiertage!

Ihre Pfarrerin
KerstinSteinmetz

Liebe Gemeinde,
liebe Leserinnen und Leser,

angesichts der dramatisch ansteigenden Zahl von Neuinfektionen mit dem Corona-Virus und der Ende Oktober beschlossenen, massiv verschärften Kontaktbeschränkungen stellt sich uns allen die Frage, ob und wie in diesem Jahr Advent und Weihnachten überhaupt gefeiert werden kann.

Die wegen ihrer stimmungsvollen Atmosphäre allseits beliebten Weihnachtsmärkte werden dieser Tage schon reihum abgesagt. Auf ihren Lichterglanz, die geschmückten Buden mit Weihnachtsartikeln aller Art, wohlduftenden Leckereien, auf Glühwein- und Bratwurststände werden wir wohl verzichten müssen. In den Ämtern und Betrieben werden die alljährlichen Weihnachtsfeiern gestrichen.

Weihnachtsfeiern im Familienkreis sind auf wenige Personen aus zwei Haushalten beschränkt, so dass sich die Familien auf mehrere Termine aufteilen müssen. Der gesellige Adventstreff in Eschbach fällt ebenso aus wie das hochgeschätzte Krippenspiel am 4. Advent. Dass es an Heiligabend keine Christvesper in unserer dazu vollbesetzten Kirche geben kann, wird unsere Gemeinde sehr bedauern.

Auf so Vieles, worauf sich die Menschen an Weihnachten freuen und was ihnen Vergnügen bereitet, müssen sie notgedrungen verzichten. Was bleibt dann von Weihnachten noch übrig? Weihnachten wird nicht ausfallen, es wird nur anders gefeiert werden, kleiner, bescheidener, besinnlicher. Besinnung tut not! Bescherungen müssen nicht so üppig ausfallen. Es wird Gottesdienste geben, eventuell auch im Freien mit Masken und genügend Abstand. Das Entscheidende bleibt: Die Geburt Jesu Christi, unseres Heilands und Erlösers. Das weihnachtliche Heilsversprechen gilt auch in Corona-Zeiten. Es gibt uns gläubigen Menschen Hoffnung und Zuversicht in der Krise. Wir alle sind in Gottes Hand.
Ihnen allen auch in Corona-Zeiten ein frohes, gesegnetes Weihnachtsfest.

Heinz Haag
Kirchenvorsteher

Vom Gemeindeleben in Zeiten der Pandemie

Als Mitte März der letzte Gottesdienst vor dem allgemeinen Stillstand gehalten wurde, spürten wir sehr deutlich, wie wichtig uns die Gemeinschaft mit anderen Christen ist. Auf zunächst unbestimmte Zeit sollte kein Gottesdienst mehr stattfinden – ein schmerzhafter Einschnitt im gemeindlichen Leben. Als Kirchenvorstand haben wir dann andere Wege gesucht, um mit unseren Gemeindemitgliedern im Kontakt zu bleiben. So war an Ostern unsere Kirche für Menschen, die eine stille Andacht halten wollten, geöffnet. Mit einigen Mitgliedern der Gemeinde standen wir durch Briefe und kurze Gespräche an der Haustüre in Kontakt. Seit Mai finden wieder Gottesdienste statt. In unserer großen Eschbacher Kirche können gut bis zu 50 Personen zusammenkommen, sodass Anmeldungen nur zu besonderen Gottesdiensten notwendig sind.
Im Sommer feierten wir zusammen mit der Usinger Gemeinde eine Reihe von  sechs gemeinsamen Gottesdiensten zu den Seligpreisungen der Bergpredigt, die abwechselnd in Usingen, Eschbach und Kransberg stattfanden.       
Seit 5 Jahren ist dies eine schöne Möglichkeit, einander über die Gemeindegrenzen hinweg zu begegnen.
Die Begegnungen lassen uns einander als Geschwister im Glauben wahrnehmen. Besonders hart getroffen haben die Einschränkungen unsere Kinder und Jugendlichen. Die Ferienspiele in den Osterferien entfielen komplett. Anstelle eines 14-tägigen Sommer-Zeltlagers in Bad Kissingen verbrachten unsere Jugendlichen eine Woche auf einer Eschbacher Wiese: „Zeltlagerfeeling @ home mit dem eigenen Bett zum Übernachten…“. Ich freue mich sehr darüber, dass das Zeltlagerteam darum gekämpft hat, unter den besonderen Bedingungen dieses Jahres eine schöne Alternative zum ausgefallenen Zeltlager anzubieten. In ähnlicher Weise konnten im Oktober auch die Herbstferienspiele für die Grundschulkinder stattfinden. Die Konfirmanden haben hierbei mit Engagement und Freude die Betreuung und Beschäftigung der Kinder übernommen. Unsere Kinderbibeltage fanden dagegen weitgehend mit Rätselaufgaben zu Hause statt. Hierbei arbeiten wir inzwischen mit vier Gemeinden zusammen: Die beiden ev. Gemeinden in Usingen und Eschbach haben sich mit den kath. Gemeinden aus Usingen und Wernborn zusammengetan. Trotz aller coronabedingten Einschränkungen war dies eine sehr schöne gemeinsame Erfahrung.
Verschiedene Feste des Jahres wurden jedoch auch auf das kommende Jahr verschoben: So werden die Konfirmanden dieses Jahres erst im kommenden Jahr eingesegnet. Ebenso werden die Goldene und Diamantene Konfirmationen erst im nächsten Jahr nachgefeiert.

Ein sehr schönes Erlebnis der letzten Wochen war der Erntedankgottesdienst am 4. Oktober. Wir waren auf dem Hof der Schäferei Schuhmacher in Eschbach zu Gast. Umgeben von reichlich frischer Luft und einem schönen Blick
in die Natur, hat Volker Schuhmacher uns eine Reihe von Einblicken in das Leben eines Schäfers  in heutiger Zeit gegeben – passend zur Geschichte vom biblischen Schäfer, der als guter Hirte nach seinen Schafen schaut. Es sind besondere Zeiten, die uns auch als Gemeinde viel Kreativität und Geduld abverlangen. Gerade in diesen bewegten Zeiten wollen uns die alten Worte des 23. Psalms neuen Mut und Zuversicht geben – als Gemeinde, aber auch für jeden ganz persönlich:
Der Herr ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln. Er weidet mich auf einer grünen Aue und führet mich zum frischen Wasser. Er erquicket meine Seele. Er führet mich auf rechter Straße um seines Namens willen. Und ob ich schon wanderte im finsteren Tal, fürchte ich kein Unglück, denn du bist bei mir; dein Stecken und Stab trösten mich.
Du bereitest vor mir einen Tisch im Angesicht meiner Feinde. Du salbest mein Haupt mit Öl und schenkest mir voll ein. Gutes und Barmherzigkeit werden mir folgen mein Leben lang und ich werde bleiben im Hause des Herrn immerdar.

Ihre Pfarrerin
Kerstin
Steinmetz

Über gemeindebuero

Die Pfarrerin ist auch direkt über die folgende Nummer zu erreichen: 06081-12324
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